Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offb 21,6 (L)

Monatsspruch Oktober

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir,
mein Seufzen war dir nicht verborgen.

Ps 38, 10

Herrnhuter Losung von heute
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Das Freitaler Kirchenblatt September bis November 2018 kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Schwestern und Brüder,

Für viele liegt der Jahresurlaub wahrscheinlich schon hinter ihnen. Sogar für RuheständlerInnen ist der Abstand vom Alltag wichtig, um einmal Sehnsuchtsziele anzusteuern. Auch alle drei Monatssprüche von September bis November sprechen Sehnsüchte in uns an. Welch schönes Gotteswort: Er hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. Manchmal spüren wir das deutlich: Beim Anblick überwältigender Naturschönheit, bei der Geburt eines Kindes, bei gelingender Vergebung, wenn wir uns ermutigt fühlen. Oft ist es allerdings so, dass Sorgen und Ärger des Alltags uns den Blick auf diese Ewigkeit verdecken. Aber schon das Wissen darum kann und soll uns immer wieder da herausholen. Auch dürfen wir wissen, dass unsere tiefsten Sehnsüchte und Bedürfnisse Gott bekannt sind. All mein Sehnen liegt vor dir. Wer einen Partner hat, wünscht sich das von seinem Partner. Oft ist man enttäuscht, dass ihm oder ihr das nicht so gelingt. Aber wenigstens Gott weiß, was ich brauche - auch
wenn ER nicht bereit ist alles zu erfüllen, was wir an Wünschen und Sehnsüchten in uns tragen. Denn ER hat uns seine eigenen Verheißungen und Ziele anzubieten. Das himmlische Jerusalem gehört zu diesen Hoffnungs- und Verheißungsbildern. Es ist vortrefflich auf der Decke der Hainsberger Hoffnungskirche nach der Beschreibung der Johannesoffenbarung dargestellt. Im Spruch vom Monat November dominiert aber nicht so sehr die Architektur als das Bild von der auf ihren Mann wartenden geschmückten Braut. Dazu animiert uns der oft regnerische Monat wenig. Da denken viele Menschen eher an das Vergehen des Lebens, an den Totentanz als an einen Hochzeitstanz. Gerade deshalb ist es aber so wichtig auf zentrale Aussagen unseres Glaubensbekenntnisses hinzuweisen. Sehr nüchtern ist da von der Auferstehung der Toten die Rede. Auch wenn wir zugegebenermaßen nicht viel Genaues dazu sagen können, so hält das Neue Testament doch so herrliche Bilder dafür bereit, wie das himmlische Jerusalem, die geschmückte Braut und das Hochzeitsfest. Was geschähe, wenn wir auch das wirklich in unseren Sehnsuchtskanon aufnehmen würden?

Eine gesegnete Zeit wünsche ich Ihnen auch im Namen der Mitarbeiter und des Kirchenvorstandes.

Ihr Pfarrer Christoph Singer

Nachruf Pfarrer i.R. Dr. h.c. Ralf Thomas

Am 17.09.2018 wurde
Pfarrer i.R. Ralf Thomas nach 47 Jahren umfassender Tätigkeit in Freital im Alter von 86 Jahren aus diesem Leben abberufen.
Am 31.07.1932 wurde er in Wurzen geboren, ging dort zur Schule, erlebte die Konfirmation als bedeutsamen Glaubensanstoß, den er in der Jungen Gemeinde und im Posaunenchor vertiefte. Mit später lebenslangen Schulfreunden erforschte er schon damals die Heimatgeschichte. Diese Leidenschaft professionalisierte er später in diversen Schriften und Arbeitsgemeinschaften (AG für sächsische Kirchengeschichte, Mitarbeit an den Sächsischen Heimatblättern, Verein für Sächsische Landesgeschichte, Arbeitsgemeinschaft Gedenken). Das brachte ihm verschiedene Ehrungen ein - angefangen vom Kunstpreis der Stadt Freital bis hin zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Universität Leipzig im Jahr 2007.

Seine erste Pfarrstelle trat er 1959 im Dölzig an. 1962 heiratete er Ulrike Ott. Ihnen wurden die Kinder Michaela, Susanne und Ulrich geschenkt. 1971 führte es ihn in die Lutherkirchgemeinde Freital-Döhlen. Durch Vertretungsdienste lernte er sämtliche Gemeinden Freitals gründlich kennen. Die politische Wende brachte ihn in verschiedene politische Verantwortungen in zwei Kreistagen und ab 1999 bis zuletzt in den Stadtrat in Freital. Er gehörte zu den Mitgründern des Rotaryklubs in Freital. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 1997 war er ein begehrter und eifriger Prediger. Dabei ist ihm eine erstaunliche Frische und geistige Wendigkeit erhalten geblieben. Die Gemeinde ist ihm für sein zuverlässiges Engagement und seine Treue gegenüber dem Evangelium dankbar. Es ist tröstlich, dass ihm ein langes Leiden erspart geblieben ist. An vielen Gräbern hat er anderen Trost und Hoffnung zugesprochen. Nun wünschen wir seiner Frau, seinen Kindern und Enkeln, dass sie Zuversicht gewinnen aus dem was Mann, Vater und Großvater zu seiner Berufung gemacht hat.

(Christoph Singer)